Konfirmation

 

KonfirmandInnen aufgepasst!

Alle Interessierten, die sich am Pfingstsonntag 2018 konfirmieren lassen wollen  und i d.R. die 4. Klasse NMS/Gymnasium besuchen bzw. zwischen dem 1.9.2003 und dem 31.8.2004 geboren sind, sind - gemeinsam mit den Eltern - herzlich eingeladen zu einem Informations- und Anmeldeabend im Gemeindesaal (Kosmus-Jenny-Straße, vis-à-vis der Kirche) am Mittwoch, dem 4. Oktober 2017, um 19 Uhr!

 

Interessantes rund um die KONFIRMATION

Viele Jungen binden zum ersten Mal einen Krawattenknoten, manche Mädchen tragen erstmals hohe Schuhe: Konfirmation ist - in mehrfacher Hinsicht - Premiere. Die Jugendlichen treten vor die Gemeinde und haben an diesem Tag die Hauptrolle inne. Für alle sichtbar nehmen die jungen Menschen ihren Platz als (rechtlich) vollwertige Gemeindeglieder ein.

Mit einem besonderen Gottesdienst wird in der evangelischen Kirche (zu Ostern oder Pfingsten) die Konfirmation gefeiert. An diesem Tag stehen die Konfirmandinnen und Konfirmanden, Jugendliche im Alter von etwa 14 Jahren, im Mittelpunkt der Gemeinde und Familien.

Obwohl das Fest eine alte evangelische Tradition ist, wird die Konfirmation weder in den reformatorischen Bekenntnisschriften, noch in der Bibel erwähnt – und weder Jesus, noch Luther sind konfirmiert worden. Wie hat sich also die besondere Bedeutung dieses Festes entwickelt?

 

Bestärken, bestätigen, befestigen

Mit der Konfirmation bekennen sich junge Menschen zu ihrem christlichen Glauben. Das lateinische Wort "confirmare" bedeutet soviel wie: bestärken, bestätigen, befestigen. Die Jugendlichen, die sich konfirmieren lassen, bestätigen und bekräftigen damit die Entscheidung für den christlichen Glauben, die zunächst ihre Eltern und PatInnen für sie getroffen hatten. Mit der Konfirmation sind einige Rechte innerhalb der Kirche bzw. Gemeinden verbunden. Wer konfirmiert ist, darf - spätestens jetzt - am Abendmahl teilnehmen, ein Patenamt übernehmen und an allen Entscheidungen in seiner Gemeinde mitwirken.

Seit den frühen Tagen des Christentums galt allerdings wie heute: Christ wird man durch die Taufe. Damals war es noch üblich, Erwachsene zu taufen, und es gab einen ausführlichen Taufunterricht, der manchmal mehrere Jahre dauerte. In dieser Zeit lernte man die Schriften und Traditionen des christlichen Glaubens kennen und erfuhr, wie Christen miteinander und in ihrer Umwelt leben. Am Ende des Unterrichts stand die Entscheidung, sich taufen zu lassen. Und wer einmal getauft ist, der bleibt es auch. Selbst wenn man sich innerlich abwendet oder aus der Kirche austritt: Die Taufe ist die gültige Aufnahme in die christliche Kirche, die eigentlich keiner Erneuerung oder Ergänzung bedarf.

 

Segen der Taufe als Geschenk

Rund um das 5. Jahrhundert setzte sich in unseren Breiten mehr und mehr die Kindstaufe durch. Das bedeutet, dass die Eltern sich – stellvertretend für ihr neugeborenes Kind – für den christlichen Glauben entscheiden. Mit der Taufe eines gerade geborenen Säuglings wird besonders betont, dass dieser den Segen der Taufe als ein Geschenk empfängt – ohne dass er etwas dafür tun könnte oder müsste. Allerdings kann man einen so jungen Menschen noch nicht unterrichten. Auf diese Weise fiel die christliche Unterweisung, das Kennenlernen des eigenen Glaubens weg: Man wurde einfach in seinen Glauben "hineingeboren".

Um jungen Gemeindegliedern aber die Möglichkeit zu geben, den eigenen Glauben zu entdecken und sich die nötigen Kenntnisse anzueignen, entwickelte sich bereits während der Reformation eine Art "Katechismus-Unterricht" als Vorbereitung auf das erste Abendmahl. Das Sakrament der Firmung lehnten die Reformatoren ab, weil es nicht ausdrücklich von Christus als Sakrament eingesetzt worden ist. Aber sie betonten die Notwendigkeit einer Unterweisung der getauften Christen. In seinem Kleinen und Großen Katechismus hat Martin Luther die tragenden Sätze und Inhalte des Glaubens so zusammengefasst, dass Pfarrer, Lehrer und erwachsene Laien sie damit vermitteln können.

 

"Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe."

Ihre biblische Grundlage hat diese Konfirmandenarbeit im Taufauftrag Jesu, in dem es heißt: "Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe." (Matthäusevangelium 28,19f). Diese Form des Unterrichts griff der Reformator Martin Bucer auf: Er forderte ab 1534 eine "Confirmation" junger Gemeindeglieder. Eine von Bucer entworfene Konfirmationsordnung, veröffentlicht in der "Ziegenhainer Zucht- und Ältestenordnung", wurde erstmals 1538 in Hessen umgesetzt.

Damit schreibt die Konfirmation bereits seit rund 470 Jahren Geschichte. Seither sollen die jungen Gemeindemitglieder im Konfirmandenunterricht mit dem kirchlichen Leben in Gottesdienst und Alltag, besonders aber mit der biblischen Botschaft vertraut werden. Sie sollen erfahren, was es bedeutet, getauft zu sein und an Jesus Christus zu glauben. Richtig populär und ein selbstverständlicher Teil der christlichen Biografie wurde die Konfirmation allerdings erst im 18. Jahrhundert, als in der Zeit des Pietismus die persönliche Frömmigkeit und das eigene Bekenntnis des Gläubigen sehr betont wurde.

 

Konfirmation als Tauferinnerung

Einen festen Konfirmationstag gibt es in der evangelischen Kirche nicht, aber drei Sonntage gelten – trotz regionaler Unterschiede – traditionell als typische Konfirmationstermine: Palmarum/Palmsonntag (der Sonntag vor Ostern), Quasimodogeniti/"weißer Sonntag" (der Sonntag nach Ostern) und Pfingsten oder Trinitatis (der Sonntag nach Pfingsten). In unserer Gemeinde feiern wir das Fest der Konfirmation in der Regel am Pfingstsonntag.

Und auch hier gibt es eine Verbindung zur Taufe: In der Frühzeit des Christentums war die Osternacht der einzige Tauftermin für Kinder und Erwachsene, die sich der christlichen Gemeinde anschlossen. Und seit dem 7. Jahrhundert gab es in der Osternacht den Brauch, sich an die Taufe zu erinnern. Die ganze Gemeinde feierte jeweils mit den Täuflingen des Vorjahres das Taufgedächtnis. Diese Tradition nimmt die Feier der Konfirmation rund um das Osterfest auf, denn auch die Konfirmation ist eine Form der Erinnerung an die eigene Taufe.

So wie der Täufling als Säugling in die Gemeinde aufgenommen wurde, bedeutet die Konfirmation dessen Aufnahme als mündiges Gemeindemitglied. Früher fiel dieser Schritt zusammen mit dem Ende der Schulzeit und der Jugendliche galt fortan als Erwachsener. Die Mädchen und Jungen gingen daher zur Konfirmation erstmals in der Tracht der Erwachsenen. Auch wenn junge Menschen heute länger zur Schule gehen und erst später volljährig werden - etwas von dieser Bedeutung hat sich erhalten, wenn die Konfirmanden zu ihrem großen Tag vielleicht das erste Mal Krawatte tragen und die Konfirmandinnen in höherhackige Schuhe schlüpfen.